Nachgerückt – Mario Löffler(NPD) wird Abgeordneter im sächsischen Landtag

Am 22. Dezember 2011 verstarb der NPD-Landtagsabgeordnete Winfried Petzold. Laut dem antifaschistischen Newsflyer GAMMA war Petzold an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und konnte auf Grund dessen nicht mehr an Landtags- und Ausschusssitzungen teilnehmen.

Der Nachfolger

Neben seiner Tätigkeit als Kreisverbandsvorsitzender im Erzgebirgskreis, ist Löffler noch stellvertretender Landeschef und designierter Nachfolger Holger Apfels als Vorsitzender der Sachsen-NPD. Das ehemalige CDU-Mitglied kann nicht nur in seinem Wahlkreis Jahnsdorf auf feste Strukturen zurückgreifen (zu den Kommunalwahlen 2009 stellten sich gleich 6 Gemeinderäte zur Wahl). Auch sein Kreisverband dürfte ihn aktiv unterstützen. Diesen habe Löffler nach eigenen Angaben tatkräftig mit aufgebaut. Dazu gehörte auch der gemeinsame Wahlkampf mit seinem Kreisverband. „Aber es ist in aller Unbescheidenheit mein Verdienst, die Kameraden zu aktiver Mitarbeit motiviert zu haben“, sagt der Kreisrat in einem Interview. Auch außerhalb der Partei scheint er keine Berührungsängste zu haben. So ist Löffler immer wieder in seinem zum NPD-Werbemobil umgerüsteten Privat-PKW zu sehen.

Mario Löffler hier in Aue am 14. August 2010 beim Verteilen von NPD Propaganda

Mario Löffler hier in Aue am 14. August 2010 beim Verteilen von NPD Propaganda Bild: Infokollektiv G3

Die Basis

Neben Verbandssitzungen, gemeinsamen Demobesuchen sowie Fortbildungs- und Vortragsveranstaltungen greift der Kreisverband, einer der aktivsten in Sachsen, auch immer wieder regionale Themen auf, wie z.B. die Unterbringung von AsylbewerberInnen aus Mazedonien in Schneeberg. In der Weihnachtszeit hatte der KV in Schneeberg Plakate aufgehängt, u. a. mit der Aufschrift: „Asylmißbrauch stoppen. In der Schneeberger Kaserne und bundesweit! Es ist: fünf vor Zwölf“. Die gleiche Aktion scheiterte in Jahnsdorf aufgrund des dortigen Bürgermeisters. Im Kreistag herrscht ebenfalls reges Treiben bei Anträgen und Anfragen. So bekamen die Räte der NPD-Kreistagsfraktion, die mit dem ehemaligen REP Kreis -und Gemeinderat Mathias Seifert kooperieren, welcher nun parteilos ist, immer wieder Stimmen anderer Abgeordneter für ihre Anträge. Als der Landrat Frank Vogel (CDU) zur Kreistagssitzung am 8. Dezember 2011 zu einer Schweigeminute für die Opfer rechter Gewalt aufrief, blieb einer der NPD-Kreisräte demonstrativ sitzen. Danach rief Löffler, der seine Partei von jedweder Nähe zu rechter Gewalt freisprach, zur „Gedenkminute für deutsche Opfer ausländischer Gewalttäter“ auf.

Mario Löffler hier in Zwickau am 1. Mai 2010 bei einer Nazidemonstration

Mario Löffler hier in Zwickau am 1. Mai 2010 bei einer Nazidemonstration Bild: Recherche Ost

 ... im Gespräch u.a. mit Holger Apfel und Andreas Storr

im Gespräch u.a. mit Holger Apfel und Andreas Storr Bild: Recherche Ost

Ausbauarbeit

Im Erzgebirgskreis werden die Organisationsstrukturen kontinuierlich ausgebaut. So sind dem Kreisverband bis jetzt zwei Ortsverbände untergeordnet. Diese gründeten sich in den Städten Schneeberg und Geyer. Für die anstehenden Kommunalwahlen 2014 strategisch relevant, um sich zunehmend direkt vor Ort zu verankern. Wenn Löffler im Januar zum Vorsitzenden der sächsischen NPD gewählt wird, will er „darauf hinwirken, sich schon jetzt personell und inhaltlich auf die nächsten Kommunalwahlen vorzubereiten.“ Erfahrungen und Einblicke in die parlamentarische Arbeit des Kreistages sind den Nazis ebenso nützlich, wie das Aufgreifen kommunaler Themen und Probleme. Es wird sich zeigen, ob der „sächsische Weg“ unter der Führung Löfflers für die NPD weiterhin erfolgreich begangen wird. Den Kurs hat er im Interview bereits vorgegeben: „Wir brauchen den bürgerlich-nationalen Wähler, der zwar seine Stimme eben noch der CDU gegeben hat, es aber eigentlich schon nicht mehr mit sich vereinbaren konnte, wie auch den national-revolutionären Kameraden, der uns bisher noch nicht gewählt hat“. Es ist der Kurs, den bereits Holger Apfel eingeschlagen hat, um die NPD als „Kümmerer-Partei“ attraktiver für die Gesellschaft zu machen.